{"id":6412,"date":"2019-01-17T11:24:17","date_gmt":"2019-01-17T10:24:17","guid":{"rendered":"https:\/\/felzmann-immunomed.eu\/?p=6412"},"modified":"2019-01-17T11:24:17","modified_gmt":"2019-01-17T10:24:17","slug":"nature-versus-nurture-quantitativ","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/felzmann-immunomed.eu\/en\/nature-versus-nurture-quantitativ\/","title":{"rendered":"Nature versus Nurture &#8211; Quantitativ"},"content":{"rendered":"<p class=\"Text\">Jetzt ist es also offiziell: 40% Nature, 60% teilen sich zwischen sozio\u00f6konomischen Faktoren, also das eigentliche Nurture, und der Umwelt, also etwa Einfl\u00fcsse von Umweltverschmutzung, Klimawandel, Zigarettenrauch, etc. (<a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41588-018-0313-7\">https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41588-018-0313-7<\/a>). Eine Gruppe von Wissenschafter\/innen hat diese Ergebnisse aus den Versicherungsdaten von 45 Millionen Amerikanern herausgerechnet; unter diesen waren 56.000 Zwillingspaare und 700.000 Geschwisterpaare. Den gr\u00f6\u00dften Einfluss haben die Gene auf neurologische Erkrankungen, den geringsten Einfluss haben Gene auf Erkrankungen des Bindegewebes. Das macht es eher unwahrscheinlich \u2013 aber nicht unm\u00f6glich, dass eine Erkrankung wie Rheuma in der Familie vererbt wird. Den gr\u00f6\u00dften Einfluss auf krankhaftes \u00dcbergewichtigkeit, ein Body Mass Index von gr\u00f6\u00dfer als 30, hat der ZIP Code \u2013 die Postleitzahl, also wo die Leute wohnen. Wenn mein Nachbar \u00fcbergewichtig ist steigert das mein Risiko, ebenfalls \u00fcbergewichtig zu sein. \u00dcbergewicht wird in einer Gemeinschaft zu einer sozial akzeptierten Sache und f\u00fchrt zu keiner \u201eSozialen Bestrafung,\u201c also einer Missachtung von oder sogar einem Ausschluss aus der Gesellschaft.<\/p>\n<p class=\"Text\">Alles sch\u00f6n und gut, aber solange wir nicht wissen, welche Gene \u2013 oder Genkombination \u2013 f\u00fcr Krankheiten verantwortlich sind wird es uns nicht helfen, zu wissen, dass eine bestimmte Erkrankung eine 40%ige Chance hat, von Genen abh\u00e4ngig zu sein. Aber zumindest kann man sich bei solchen Krankheiten auf die genetische Erforschung konzentrieren, w\u00e4hrend man bei anderen Krankheiten eher die Erforschung der wahrscheinlicheren Ursachen an den Anfang stellt. Trotzdem bedeuten auch diese Zahlen wieder, dass es immer eine Kombination von Einfl\u00fcssen ist, die krank machen: Die genetische Lotterie der Natur; Nurture Faktoren wie Erziehung, Schule, Familie, Wohnort, also der Gesellschaft im Allgemeinen; und Umweltfaktoren.<\/p>\n<p class=\"Text\">Am leichtesten sind wohl die Umweltfaktoren zu beeinflussen \u2013 oder auch nicht. Da dort alles hineinf\u00e4llt, was mit Klimawandel zu tun hat, gibt es den massiven Widerstand von m\u00e4chtigen Industrielobbys und den von diesen finanzierten Politiker\/innen, vor allem am rechten Ende des politischen Spektrums. Die Familie zu ver\u00e4ndern ist ein Generationsprojekt. Es hat hundert Jahre gedauert, um in der westlichen Welt von der Schwarzen P\u00e4dagogik zu einer mehr aufgekl\u00e4rten Erziehung und Ausbildung von Kindern und Jugendlichen zu kommen. Und selbst das hat sich nicht in alle Schichten der Gesellschaft durchgesetzt. In anderen Teilen der Welt gelten nach wie vor streng patriarchalische Regeln: Kinder und Frauen sind Eigentum der M\u00e4nner, mit denen diese machen k\u00f6nnen was sie wollen und die dem Patriarchen unhinterfragte Loyalit\u00e4t schuldig sind. Und wenn kleine M\u00e4dchen in einen Ganzk\u00f6rperschleier verpackt werden, ist das eine rechtm\u00e4\u00dfige Unterdr\u00fcckung, weil es in dieser Kultur eben so \u00fcblich ist.<\/p>\n<p class=\"Text\">Wenn es um die Umwelt und die Familie geht, w\u00e4ren \u00c4nderungen erreichbar. Da geht es mehr um die \u00dcberzeugungsarbeit \u2013 oder darum, dass die \u00e4lteren Generation, die nicht mehr \u00fcberzeugt werden k\u00f6nnen, aussterben und dadurch j\u00fcngere an die Macht kommen. Aber wenn es um Gene und damit um Wissenschaft geht, hilft \u00dcberzeugungsarbeit nicht wirklich. Entweder wir haben die entsprechenden Technologien \u2013 oder eben nicht. Wir sind noch weit davon entfernt, aus dem Genom eines Menschen dessen Krankheiten herauszulesen. Genauso wenig k\u00f6nnen wir vorherzusagen, mit welchen Krankheiten Aufgrund bestimmter genetischer Voraussetzungen zu rechnen sein wird. Selbst wenn das m\u00f6glich w\u00e4re gibt es jedoch zurzeit kaum etwas, das wir dagegen tun k\u00f6nnen. Ja, im Prinzip gibt es CRISPR und wir k\u00f6nnten jedes einzelne Gen korrigieren. Und wenn es hunderte Gene sind, m\u00fcssen wir eben hunderte Gene korrigieren. Das m\u00fcsste alles in Embryonalen Stammzellen passieren, aus denen dann ein Mensch entsteht. Das sind die genetischen Ver\u00e4nderungen, die eigentlich die gesamte Menschheit betreffen, weil sie an die Nachkommen weitervererbt werden, und daher ethisch und moralisch \u00e4u\u00dferst kontrovers sind.<\/p>\n<p class=\"Text\">Es wird also f\u00fcr\u2019s erste wohl bei den philosophischen Betrachtung \u00fcber Nature &amp; Nurture bleiben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jetzt ist es also offiziell: 40% Nature, 60% teilen sich zwischen sozio\u00f6konomischen Faktoren, also das eigentliche Nurture, und der Umwelt, also etwa Einfl\u00fcsse von Umweltverschmutzung, Klimawandel, Zigarettenrauch, etc. (https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41588-018-0313-7). Eine Gruppe von Wissenschafter\/innen hat diese Ergebnisse aus den Versicherungsdaten von 45 Millionen Amerikanern herausgerechnet; unter diesen waren 56.000 Zwillingspaare und 700.000 Geschwisterpaare. 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